Kurt Marti – Sprachkünstler, Pfarrer, Freund

Ein Abend mit Klaus Bäumlin, ehemals Pfarrer an der Nydeggkirche, und Till Grunewald, Saxophonist
Klaus Bäumlin ist der Herausgeber des beim TVZ erschienenen Bandes „Kurt Marti – Sprachkünstler, Pfarrer, Freund“. Darin schreiben Weggefährten und Freunde von Kurt Marti über Begegnungen, Gespräche, gemeinsame Wegstücke und Freundschaft. Entstanden ist ein persönliches Buch, ein biografisches Mosaik zu Kurt Marti: zu seinem Leben, seinem literarischen und theologischen Schaffen, seinem politischen Engagement und seinen Freundschaften. Es zeigt Kurt Martis immense Wirkung und ihn als Person: als Sprachkünstler, Pfarrer und Freund.

Donnerstag, 3. Juni 2021, 19.30-20.30 Uhr
Ort: Kipferhaus Hinterkappelen

ume marti ume – Kurt Marti zum Hundertsten, von Ruedi Häusermann

Ein szenisch-literarisches Konzert nach Texten von Kurt Marti, mit Ruedi Häusermann, Marco Käppeli Claude Meier, Herwig Ursin und Edith Szabò.

Kurt Marti war ein früher Grüner, ein philosophischer Dichter und Essayist. Er nahm umsichtig wahr, was um ihn herum geschah. Er registrierte Veränderungen und sprachliche Deformation, begriff Politik als etwas, was er am eigenen Leib, im eigenen Dasein erfahren konnte. Von dieser Überzeugung sind auch seine Spaziergänge im Buch «Högerland: Ein Fussgängerbuch» (1990) geprägt. Kurt Marti erkundet darin die Umgebung von Bern, entdeckt, erdenkt, erspaziert sie sich.
Dagegen setzt Ruedi Häusermann die Klangwelt seiner UME-Lieder, die Anlass bieten für musikalisch-szenische Improvisation. Ursprünglich für eine Landschaftsbegehung komponiert, die dann nicht stattfand, treffen Häusermanns musikalische Wanderungen nun auf Kurt Martis sprachliche Spaziergänge.

Gemäss den neusten Beschlüssen des Bundesrats darf vor einem live anwesenden (wenn auch zahlenmässig sehr begrenzten) Publikum gespielt werden.

Donnerstag, 22. April 2021, 20:00 Uhr Schlachthaustheater Bern
Weitere Vorstellungen: Freitag, 23. April, 20:00 Uhr, Samstag, 24. April 20.00 Uhr
https://schlachthaus.ch/stueck/4489

Sowie: Samstag, 8. Mai 2021 17:00 Uhr, Sonntag, 9. Mai 2021 17:00 Uhr sogar Theater Zürich
https://www.sogar.ch/programm/saison-20_21/ume-marti-ume/


«mit uns die tiere». Kurt Marti – Festgottesdienst mit Felicitas Hoppe, Schriftstellerin, Berlin, in Zusammenarbeit mit der Kurt Marti-Stiftung

Wir haben Kurt Marti am 31. Januar 2021 bereits gefeiert, am Tag, an dem er 100 Jahre alt geworden wäre, in der Nydeggkirche mit einem Gottesdienst. Darin haben wir den Dichter und den Pfarrer Kurt Marti zu Wort kommen lassen zwischen Jazz-Musik, die er ja liebte. Unser Gast, der am Festgottesdienst die Kanzelrede hätte halten sollen, konnte dann leider nicht aus Deutschland anreisen. Wir haben versprochen, dies am 6. Juni 2021 nachzuholen.
Wir freuen uns sehr, dass Felicitas Hoppe, Schriftstellerin aus Berlin, die 2012 mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet worden ist, nun nach Bern kommt mit ihrer Rede im Gepäck. «mit uns die tiere» lautet das Thema, nach einem gleichlautenden Gedicht von Kurt Marti aus der Sammlung «mein barfüssig lob» (1987). Wir sind gespannt! Und nachdem inzwischen die Corona-Massnahmen auch fürs Singen gelockert wurden, ist sogar Chormusik möglich. Michael Kaufmann hat seine früheren Marti-Vertonungen revidiert und extra für diesen Anlass Neues zu Texten von Kurt Marti komponiert. Ein Gesangsquintett unter Leitung von Moritz Achermann wird die kurzen Werke uraufführen, darunter «mit uns die tiere».

Nach dem Gottesdienst folgt bei schönem Wetter bei einem Apéro im Nydegghof die Eröffnung der Klanginstallation «Aufmerksamkeiten» nach einer Idee und unter der Regie von Tinu Beutler. Die «Aufmerksamkeiten» sind versteckte Klangquellen, welche Texte und Worte von Kurt Marti an verschiedenen Orten der Stadt Bern hörbar machen. Gelesen werden die Texte von Martis «Familie» im weitesten Sinn. Sprecherinnen und Sprecher sind einerseits Vertreterinnen und Vertreter der Literatur und Musik, auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens lesen mit. Alec von Graffenried, Stadtpräsident von Bern, wird die Klanginstallation eröffnen.

Sonntag, 6. Juni, 10.00 Uhr in der Nydeggkirche
Mitwirkende: Felicitas Hoppe, Schriftstellerin (Kanzelrede).

Ein Gesangsquintett singt Chorlieder von Michael Kaufmann: Vera Hiltbrunner und Lea Meyer (Sopran), Désirée Mori (Mezzosopran), Moritz Achermann (Tenor), Arion Rudari (Bass). Thomas Leutenegger, Orgel; Corinne Binggeli, Sigristin; Markus Niederhäuser, Pfarrer

Anmeldung unter https://www.nydegg.refbern.ch oder Tel. 076 311 05 13

Der Gottesdienst wird mit Bild und Ton aufgenommen und ist ab Dienstag, 8. Juni, auf der Website  https://www.nydegg.refbern.ch/ nachzuerleben.

Ibiganzschtuurmumpferloorebluus – modern mundart

Kurt Marti + Walter Vogt

Samstag, 30. Oktober 2021, 20.15 Uhr

Kellertheater Bremgarten

modern mundart und spoken word 
mit Guy Krneta und Ruedi Schmid

Lesung und Konzert. Der Blues der Sprache. Kurt Marti und Walter Vogt haben die modern-mundart-Bewegung der Siebzigerjahre geprägt. Marti mit seiner einprägsam prägnanten Lyrik, Walter Vogt mit seinen improvisatorisch verspielten Texten. Die beiden sind Vorläufer geworden der heutigen Spoken-Word-Szene. Das führen Guy Krneta und Ruedi Schmid virtuos vor, indem sie die Texte nahe an sich heranholen und die Aktualität und formale Radikalität hörbar machen. Da wechseln die musikalischen Stile im vielseitigen Gitarrenspiel Ruedi Schmids. Da steht höherer Blödsinn neben philosophischem Tiefgang. Im Sturm der Sprache, verloren in der Musik.

Mit seinen Lyrikbänden «rosa loui» und «undereinisch» sorgte Kurt Marti Ende der sechziger Jahre für Furore. Seine umgangssprachlichen Gedichte, beeinflusst von der Konkreten Poesie, öffneten Türen für nachfolgende Generationen bis hin zur heutigen Spoken-Word-Bewegung. Auch Walter Vogt war von Martis Lyrik angeregt und verfolgte doch einen ganz anderen Weg. Anknüpfend bei H.C. Artmanns Gedichten im Wiener Vorstadtdialekt, suchte er noch stärker eine lautliche Notierung der Umgangssprache. Während Marti verkürzte und verdichtete, trieb Vogt seine Texte in die improvisatorische Redundanz. Nun liegt Martis umgangssprachliches Werk, inklusive der Texte aus dem Nachlass, zum ersten Mal in einem Buch vollständig vor. Und Vogts Mundarttexte erscheinen überhaupt zum ersten Mal gedruckt in einem Buch mit dem sprechenden Titel «hani xeit».

Der Band «hani xeit» von Walter Vogt versammelt unterschiedliche Mundarttexte Vogts. Er zeigt die Breite und Vielfalt seiner Texte, die alle für den mündlichen Gebrauch geschrieben sind: Für eine Veranstaltung im Kellertheater, für den Vortrag am Radio, für Hörspielproduktionen. Anders als Kurt Marti, der seine Texte streng komponiert, aufs Essentielle reduziert, lotet Vogt quasi improvisatorisch die klangliche Redundanz, den Blues der Sprache aus. Mit seinen experimentellen modern-mundart-Texten Ende der Sechzigerjahre ist Walter Vogt zweifellos ein Vorläufer der heutigen spoken-word-Bewegung. Dies demonstrieren Guy Krneta und Ruedi Schmid, indem sie die Texte nahe an sich heranholen und ihre Aktualität und formale Radikalität hörbar machen.

Ticket: CHF 30.- / AHV 25.- / Legi/Kind 15.-
Reservation wird empfohlen.
https://www.kellertheater-bremgarten.ch/spielplan/ibiganzschtuurmumpferloorebluus?fbclid=IwAR3o1UhsKyzYWyGTlQUeFQ23gLQJOPtye1WCSWjQLXAliUOhAbf0vH3GFZo

Ibiganzschtuurmumpferloorebluus – modern mundart

Kurt Marti + Walter Vogt

Montag, 31. Januar 2022, 20.00 Uhr

la capella, Bern

Modern mundart und spoken word von Kurt Marti und Walter Vogt. Geburtstagsprogramm «101 Jahre Kurt Marti» mit Guy Krneta (Mund) und Ruedi Schmid (Art). Wegen Corona um ein Jahr verschoben, aber pünktlich zum 101 Geburtstag von Kurt Marti.

Am 31. Januar 2022 würde Kurt Marti 101 Jahre alt. Doch seine Texte sind jung geblieben. Mit seinem Gedichtband «rosa loui» begründete er die «modern mundart» der späten Sechzigerjahre. Und wurde zusammen mit Mani Matter zu einem Vorläufer des Mundartrocks, des Mundartraps und des Spoken Word.

Zeitgleich mit Kurt Marti verfasste auch der Schriftsteller und Psychiater Walter Vogt Mundarttexte. Während Marti mit seiner einprägsam prägnanten Lyrik berühmt ist, wurden Vogts improvisatorisch verspielte Texte erst mit dem kürzlich erschienenen Band «hani xeit» einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Guy Krneta (Sprache) und Ruedi Schmid (Gitarren) bringen Texte der beiden auch privat eng befreundeten Autoren auf die Bühne. Sie holen die vor mehr als fünfzig Jahren verfassten Texte nahe an sich heran und machen ihre Aktualität und formale Radikalität hörbar. Da wechseln musikalische Stile im vielseitigen Gitarrenspiel Ruedi Schmids. Da steht höherer Blödsinn neben philosophischem Tiefgang.

Tickets unter:
https://www.la-cappella.ch/de/hauptnavigation/tickets/tickets-bestellen-11.html?add_date_ticket=2696#done

Kurt Marti – Eros. Engagement. Endlichkeit.
Ausstellung im Literaturmuseum Strauhof, Zürich

27.8.-21.11.2021

Kuration: Rémi Jaccard, Andreas Mauz und Philip Sippel

Kurt Marti ist ein Mann des Worts: Er sammelt, er schreibt, er dichtet, er predigt und er engagiert sich. Anlässlich seines 100. Geburtstags präsentiert der Strauhof eine Ausstellung zu diesem bis heute prägenden Schriftsteller, Pfarrer und Aktivisten.

Zur Ausstellung erscheint der «Wortwarenladen» im Verlag von Urs Engler: ISBN 978-3-906050-84-3 – 246 Seiten – s/w – hrsg. von Muriel Fischer, Rémi Jaccard, Andreas Mauz und Philip Sippel. Mit einem Nachwort von Andreas Mauz.

Aktuelle Informationen unter: https://strauhof.ch/ausstellungen/kurt-marti/




Studientag: Theopoesie. Zur Aktualität eines Programms

30. August 2021

Die Veranstaltung lädt ein zur Auseinandersetzung mit der Theopoesie: Was wurde und wird unter diesem Programmbegriff verstanden? Welche theologische bzw. theologiekritische Agenda verbindet sich mit ihm? Lassen sich die entsprechenden Positionen und praktischen Versuche der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts produktiv auf die Gegenwart und damit auch auf Sloterdijks Requiem auf die Theopoesie beziehen?

Aus Anlass seines 100. Geburtstag widmet sich die Veranstaltung insbesondere dem theopoetischen Programm Kurt Martis.

Organisation:

Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie (IHR)
Theologische Fakultät Zürich
www.hermes.uzh.ch
Prof. Dr. theol. Ralph Kunz
ralph.kunz@theol.uzh.ch
Michael N. Goldberg
michaelnathan.goldberg@uzh.ch
Dr. theol. Andreas Mauz
andreas.mauz@theol.uzh.ch

Die Tagung ist allen Interessierten zugänglich. Die Teilnahmegebühr beträgt CHF 60.– (Studierende kostenlos).

Anmeldungen werden bis 27. August 2021 erbeten unter:
hermes@theol.uzh.ch 

Veranstaltungsort:

Theologische Fakultät der Universität Zürich
Kirchgasse 9, 8001 Zürich
2. Stock, Raum 200
Tel.: +41 44 634 47 51
(Tram 4/15 bis Helmhaus)

Sommerakademie Volkshochschule Zürich: »wohi dass me chiem / we me gieng«. Über Kurt Marti

Samstag, 11. September 2021, 10.30 bis 14.30h

Leitung: Dr. Andreas Mauz, mit Besuch der Ausstellung im Literaturmuseum Strauhof Zürich

Kurt Marti (1921–2017) war seit den 1960er Jahren eine Figur des öffentlichen Lebens – in Bern, in der Schweiz und über sie hinaus. Als vielleicht bedeutendster »Dichterpfarrer« der zweiten Jahrhunderthälfte nahm er allerdings stets einen besonderen Platz ein. Während sich manche für seine bahnbrechende Erneuerung der Mundartlyrik begeisterten, schätzen andere vor allem den kritischen Theologen. Seien es die Prosa, die Predigten, die Essays oder die Tagebücher: Der 100. Geburtstag Kurt Martis bietet Gelegenheit, seine Texte und ihre vielfältigen Impulse auch für die Gegenwart zu entdecken.

Anmeldung unter: https://www.vhszh.ch/kursangebot/detail/sommerakademie-wohi-dass-me-chiem-we-me-gieng-ueber-kurt-marti/21S-0370-35/




Ein Kurt Marti-Abend

Mit Anna-Katharina Diener

Montag, 27. September 2021, 19.00 Uhr

Kirchgemeindehaus Dietlikon

Weitere Informationen unter: https://www.wortgewaltig.ch/aktuell




ume marti ume – Kurt Marti zum Hundertsten, von Ruedi Häusermann

Ein szenisch-literarisches Konzert nach Texten von Kurt Marti, mit Ruedi Häusermann, Marco Käppeli Claude Meier, Herwig Ursin und Edith Szabò.

Kurt Marti war ein früher Grüner, ein philosophischer Dichter und Essayist. Er nahm umsichtig wahr, was um ihn herum geschah. Er registrierte Veränderungen und sprachliche Deformation, begriff Politik als etwas, was er am eigenen Leib, im eigenen Dasein erfahren konnte. Von dieser Überzeugung sind auch seine Spaziergänge im Buch «Högerland: Ein Fussgängerbuch» (1990) geprägt. Kurt Marti erkundet darin die Umgebung von Bern, entdeckt, erdenkt, erspaziert sie sich.
Dagegen setzt Ruedi Häusermann die Klangwelt seiner UME-Lieder, die Anlass bieten für musikalisch-szenische Improvisation. Ursprünglich für eine Landschaftsbegehung komponiert, die dann nicht stattfand, treffen Häusermanns musikalische Wanderungen nun auf Kurt Martis sprachliche Spaziergänge.

Samstag, 8. Januar 2022

TaB* Theater am Bahnhof Reinach http://www.tab.ch