Neuerscheinungen

Kurt Marti: Alphornpalast. Prosa aus dem Nachlass
hg. von Stefanie Leuenberger, mit einem Nachwort von Franz Hohler
Göttingen: Wallstein 2021
104 Seiten, geb., mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8353-3894-4

Erschienen im Januar 2021

Wie aktuell Martis Werk ist, zeigen die Themen der Prosa-Skizzen: Sie handeln von Oligarchen und Diktaturen, von Klimaveränderungen, Global Players und von staatlicher Kontrolle, die Leben, Bewegung und Entdeckerfreude erstickt. Sie handeln von Menschengruppen, von grausamen Kindern, die einen hilflosen, schwachen Kameraden quälen. Sie handeln von Tod und Einsamkeit, von der Frage, wo der Wahnsinn beginnt und aufhört, vom Zusammenfließen der Seelen und von der Frage, ob er tatsächlich existiere, der geheimnisvolle Alphornpalast. Es sind «stille Boten», diese Erzählungen, in denen aber unvermittelt etwas auftauchen kann, was diese Ruhe stört.

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Kurt Marti: Hannis Äpfel. Gedichte aus dem Nachlass
hg. von Guy Krneta, mit einem Nachwort von Nora Gomringer
Göttingen: Wallstein 2021
90 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8353-3893-7

Erschienen im Januar 2021

Die späten Gedichte von Kurt Marti drehen sich um die «letzte Zeit auf Erden»: Altersgebrechen, das Fehlen der Geliebten, Warten auf den Tod. Aphoristisch knapp, sprachspielerisch und lakonisch sind Martis Verse. Er betrachtet, wundert sich, denkt nach, klopft die Wörter ab.
Auch im Langgedicht Hanni, das der Dichter für sich und seine Nächsten schrieb, hadert er nicht mit dem Tod. Er hadert mit dem Verlassensein. Und tröstet sich damit, dass der Geliebten wenigstens dieses erspart blieb. Hanni ist ein berührendes Zeugnis einer lebenslangen Liebe, voller «Zärtlichkeit und Schmerz». Hier findet die persönliche Erfahrung eine gültige, offene Form.

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Kurt Marti: Notizen und Details. Kolumnen aus der Zeitschrift «Reformatio», 1964-2007
hg. von Hektor Leibundgut, Klaus Bäumlin und Bernard Schlup
Göttingen: Wallstein 2021
1422 Seiten, geb., 3 Lesebändchen
ISBN 978-3-8353-3895-1

Neuauflage, erschienen im Januar 2021

Notizen und Details: Das Werk, das vielen als Kurt Martis Hauptwerk gilt, kommt unter einem ebenso bescheidenen wie programmatischen Titel daher. Es bietet sämtliche Kolumnen, die Marti während über 40 Jahren für die Zeitschrift Reformatio verfasst hat. Das Spektrum des Notierten und im Detail Reflektierten ist ausgesprochen weit. Marti reagiert hellwach auf das Tagesaktuelle, erinnert an Vergessenes und befragt die Zukunft. Dass er seine erste Kolumne den frommen Schnulzen widmet und in der letzten nachdrücklich für einen «aufgeklärten, aufklärenden Protestantismus» plädiert, ist insofern charakteristisch. Hohe und niedrige Themen, Gott und die Welt gehen bei ihm Hand in Hand – manchmal ausführlich argumentierend, manchmal in aphoristischer Verdichtung. Nicht zuletzt zeigen die Kolumnen Marti auch als aufmerksamen Leser. Seine Notizen verweisen, kritisch glossierend, auf unzählige Bücher. Durch diese Bemerkungen wie durch eingestreute Selbstinterpretationen sind die Notizen und Details auch unverzichtbar, um Martis eigenes theologisch-literarisches Werk in seinen Kontexten zu situieren.
Rechtzeitig zum 100. Geburtstag des Autors ist sein umfangreiches Brevier wieder lieferbar. Nun lässt sich überprüfen, was ein Rezensent zur Erstausgabe schrieb: Die drei Lesebändchen sind dringlich notwendig!

Die Neuausgabe der Notizen und Details wurde dankenswerterweise ermöglicht durch die Unterstützung von Barbara Marti, Spiegel bei Bern.

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Kurt Marti: Gottesbefragungen. Ausgewählte Predigten
hg. von Andreas Mauz und Ralph Kunz
Zürich: TVZ 2020
250 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-290-18346-2

Erschienen im Oktober 2020

«Liebe Gemeinde, ob die Frage nach der Erlangung des ewigen Lebens im Ernst, als Gedankenspiel oder aus Perfidie gestellt worden ist, spielt keine Rolle. Jesus hat die Frage ernst genommen.» – So klingt es, wenn Kurt Marti predigt. Er war fraglos der bedeutendste deutschsprachige Dichterpfarrer des 20. Jahrhunderts. Breiten Kreisen ist der Dichter Marti bekannter als der Pfarrer Marti. Die ausgewählten Texte präsentieren deshalb einen Querschnitt durch Martis umfangreiches Predigtwerk, in dem seine zentralen theologischen Anliegen zum Ausdruck kommen: die Weiblichkeit Gottes, Frieden, die Liebe und immer wieder auch Prophetisches zu Ökologie und Gesellschaftspolitik.
Kurt Martis «Gottesbefragungen» reichen von der Abdankungspredigt für Mani Matter über seine Abschiedspredigt an der Nydeggkirche bis hin zu seinem Essay «Wie entsteht eine Predigt, wie entsteht ein Gedicht?». Und wie immer gehen seine Texte Hand in Hand mit erstaunlichen Einsichten.

Rezensionen:

Käti Koenig, Ein wacher Christ und Zeitgenosse, reformiert, Nr. 11, November 2020, S. 9.

Rita Jost, Dem Phänomen Kurt Marti auf der Spur, in: Journal B, 27.11.2020 http://www.journal-b.ch/de/082013/kultur/3760/Dem-Phänomen-Kurt-Marti-auf-der-Spur.htm

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Kurt Marti: Sprachkünstler, Pfarrer, Freund
hg. von Klaus Bäumlin
Zürich: TVZ 2020
80 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-290-18350-9

Erschienen im Oktober 2020

Begegnungen, Gespräche, gemeinsame Wegstücke und Freundschaft – darüber schreiben Weggefährtinnen und Freunde von Kurt Marti. So erinnert sich Franz Hohler an seine erste Begegnung mit dem Schriftstellerkollegen; Ursula Bäumlin, zur Zeit Martis Kirchgemeinderätin an der Nydeggkirche, an den politisch engagierten Pfarrer Marti; der Theologe Conradin Conzetti an den Denker in den Aufbrüchen der 1960er-Jahre. Der Spoken-Word-Autor Guy Krneta erforscht die Beziehung zwischen Kurt Marti und Mani Matter; der Berner Journalist Fredi Lerch macht uns bekannt mit Marti, dem Nachbarn; die Germanistin Stefanie Leuenberger mit dem Prosaautor Marti und der Radius-Verleger Wolfgang Erk mit dem theologischen Schriftsteller. Wie Kurt Marti immer untrennbar Pfarrer und Dichter war, davon erzählt Klaus Bäumlin, Martis Nachfolger an der Nydeggkirche.
Entstanden ist ein persönliches Buch, ein biografisches Mosaik zum Menschen Kurt Marti: zu seinem Leben, seinem literarischen und theologischen Schaffen, seinem politischen Engagement und seiner wachen, kritischen Zeitgenossenschaft. Es zeigt Kurt Martis immense Wirkung und ihn als Person: als Sprachkünstler, Pfarrer und Freund.

Rezensionen:

Käti Koenig, Ein wacher Christ und Zeitgenosse, reformiert, Nr. 11, November 2020, S. 9.

Rita Jost, Dem Phänomen Kurt Marti auf der Spur, in: Journal B, 27.11.2020 http://www.journal-b.ch/de/082013/kultur/3760/Dem-Phänomen-Kurt-Marti-auf-der-Spur.htm

Radiogespräch Kanal K, Aarau: Ein Gast, ein Buch: Guy Krneta, 6.12.2020 https://www.kanalk.ch/2020/12/06/ein-gast-ein-buch-guy-krneta/

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Kurt Marti: Läuten und eintreten bitte. Ein Lesebuch im Jahreslauf
hg. von Ralph Kunz und Andreas Mauz
Zürich: TVZ 2020
350 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-290-18348-6

Erschienen im Oktober 2020

«wir flicken rissige wörter» – immer wieder gelingt es dem Sprachvirtuosen Kurt Marti, Theologisches leichtfüssig in eine alltägliche Sprache zu fassen: in seinen Tagebüchern, aber auch in Kolumnen, Zeitungsartikeln, Interviews und Gedichten.
In diesem Lesebuch liest man sich mit Marti durch den Advent und Winter. Nach dem «Dezembergarten» stellt Marti die Frage, ob Weihnachten heilbar sei, und zu Neujahr schreibt er «es nöijahrssprüchli». Nach der Osterzeit gelangt man im Frühling vom 1. Mai zum Muttertag und zur Weiblichkeit Gottes. Im Herbst lässt Marti die Herbstsonne erstrahlen und denkt in der Schöpfungszeit über den Planeten des Lebens und am Ewigkeitssonntag über das Dahingehen nach. Mit Kurt Marti durch das Jahr bedeutet: Läuten und eintreten bitte! Eintreten in seine Texte, in seine Gedanken, in den Jahreslauf, ins Kirchenjahr und nicht zuletzt in die Weltleidenschaft dieses überraschenden und eigenständigen Theologen.

Rezensionen:

Käti Koenig, Ein wacher Christ und Zeitgenosse, reformiert, Nr. 11, November 2020, S. 9.

Rita Jost, Dem Phänomen Kurt Marti auf der Spur, in: Journal B, 27.11.2020 http://www.journal-b.ch/de/082013/kultur/3760/Dem-Phänomen-Kurt-Marti-auf-der-Spur.htm

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